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Das äussere Diskant Gehäuse

Das äussere Diskant Gehäuse


 

01.Gehause


01.Gehäuse Bauweisen in der Akkordeon- Harmonika Produktion:
01. Die Holzbauweise
02. Die Metallbauweise
03. Die Teilbauweise Holz/Metall oder Holz/Kunststoff
04. Die Kunststoffbauweise


01.Instrumente in Metallbauweise:

Seit ca. 1950 werden Instrumente in der Teilbauweise Holz/Metall (Aluminium) gefertigt. Bekannte Modelle

in dieser Bauweise sind Hohner Atlantic, Lucia und Pirola. Die Oberfläche wird meist mit einer Lackschicht

überzogen (Einbrennlack), Instrumente in dieser Bauweise sind äußerst robust und langlebig. Alle Modelle

dieser Bauart werden mit einer Diskant- und Bass- Aluminium-Füllung ausgestattet. Auf der vorderen

(äußeren) Diskant-Aluminumfüllung werden die Tonlöcher eingefräst dort wo auch die Tonklappen der einzelnen

Tasten aufliegen (Clavishebel-Tonklappe).  Auf der hinteren (inneren) Diskant-Aluminium-Füllung werden die

Stimmstöcke direkt auf der Füllung aufgeschraubt. Zwischen beiden Füllungen gleiten die Registerschieber

die in eingefräste Schieberführungs-Nuten liegen.


01.Instrumente in Holzbauweise:

Je nach Verarbeitung (handwerkliche Fachkenntnisse) und Qualität des Werkstoffes sind Instrumente in

Holzbauweise früher wie heute für die Ewigkeit geschaffen. Neben technischen Neuerungen (Werkzeuge,

Maschinen) ist bei der Fertigung von Instrumenten in Holzbauweise viel Fachwissen und handwerkliches

Können gefragt. In der Schreinerei werden je nach Instrument verschiedene Holzarten (Hart- und Weichholz),

Platten (Sperrholz) und Leisten für das Diskant-Griffbrett und das Gehäuse vorbereitet und zugeschnitten.

Auf modernen Einspann-Vorrichtungen werden die vorbereiteten Einzelteile verleimt zum Rohgehäuse.

Viele weitere handwerkliche Arbeitschritte wie das Fräsen der Kanten, konstruieren der Seiten-Führungs-

hölzer (Griffbrett),  bohren der Holzkern-Tastatur, fräsen der Tonlöcher und bauen des Balgrahmen

begleiten die zeitaufwendige Produktion bis zum fertigen Instrumenten in Holzbauweise. Die Innenseiten

hochwertiger Instrumente in Holzbauweise werden meist mit einem Spezial-Lack zusätzlich lackiert, um

so die Feuchtigkeitsaufnahme der einzelnen Holzteile zu vermindern.   

Viele Instrumente werden auch heute noch gerne mit Zelluloidbelag überzogen. Der zuvor in großen

Wasser/Aceton-Bädern erweicht und flexibel gemacht wurde. Das endgültige Finish eines jeden Instrumentes

mit Zelluloid-Beschichtung ist das polieren an den großen Schwabbel-Scheiben in den Handwerksstätten.

Hier erhält die Oberfläche des Instruments seine Hochglanz-Politur.    


01.Instrumente in Kunststoffbauweise:

Akkordeon-Gehäuse die in Kunststoffbauweise produziert werden, werden meist in einem Spritzguss-

Verfahren hergestellt. Neben eingefärbten Polystyrol wird. auch der Werkstoff Polyurethan verwendet.

Sie sind vom Gesamtgewicht meist ein wenig leichter als Instrumente in Teilbauweise Holz/Metall

oder Holz/Kunststoff.


 

02.Randelschraube


02. Verdeck-Rändelschraube:

Das Diskant-Verdeck ist heute meist mit mit Rändelschrauben am Akkordeon-Gehäuse befestigt.

Rändelschrauben haben den Vorteil, das sie aufgrund des großen gerändelten Kopf A, einfach

per Hand ausgeschraubt werden können. Rändeln bezeichnet eine Technik der Materialbearbeitung,

bei der Muster in Werkstücke eingeprägt werden. So werden z. B. die Griffe bzw. Köpfe von

Schrauben oft gerändelt, um sie griffiger als glatte Flächen zu gestalten. Je nach Einsatzzweck sind

zwei unterschiedliche Typen von Rändelschrauben im Akkordeon-Bau aufzufinden:

Typ 1: Rändelschraube mit niedriger Bauform werden verwendet um Bauteile wie das Diskant-Verdeck

mit dem Akkordeon-Gehäuse zu verbinden. Um das Verdeck mit dem Gehäuse fest und sicher zu

verbinden, ohne jedoch die Oberfläche des Verdeck zu zerkratzen wird oft eine Filzscheibe B auf das

Gewinde C der Rändelschraube gesteckt. Viele Rändelschrauben sind mit einem vorderen und

abgerundeten (ohne Gewinde) Druckzapfen D ausgestattet. Der Druckzapfen vermeidet das

innenliegende Mechanikteile durch zu festes eindrehen der Rändelschraube verletzt werden.

Neben Rändelschrauben werden je nach Baujahr und Instrumenten-Typ auch kleine Holzschrauben,

Gewindeschrauben, Schiebe- oder Druckknopf-Verriegelungen zur Verdeck Befestigung verwendet.


02.1 Register-Rändelschraube:

Typ 2: Rändelschrauben mit hoher Bauform  sind z.B. anzufinden bei der Befestigung der Registerleiste

(Grundplatte) im inneren des Diskant-Gehäuse. Die hohe Bauform E ist unterhalb des Schraubenkopf

anzufinden. Durch den millimeterhohen Absatz ist die Schraube einfacher zu fassen, insbesondere bei

engen Platzverhältnissen. So ist es möglich die Rändelschraube ohne zusätzliches Werkzeug sicher

ein- und auszudrehen.


 

03.Trageriemenbugel_Gewinde


03.Trageriemen-Bügel mit Gewinde:

Je nach Bauweise des Instruments, werden die Trageriemen-Bügel für die Endschlaufen der Trageriemen

an das Instrument angepasst. Instrumente in Teilbauweise Holz/Metall oder bei Instrumenten mit Aluminium-

füllung werden meist Trageriemen-Bügel mit Gewindestäben A eingebaut. Dieser Typ von Trageriemen-Bügel

kann nur im inneren des Instrumenten-Gehäuse fixiert werden. Bei manchen Instrumenten ist wegen der

engen Platzverhältnisse ein Spezial-Werkzeug von Nöten (Spezial-Gabelschlüssel), um die Mutter B

innerhalb des Akkordeon-Gehäuse an der Gewindestange festzuziehen. Um die inneren Stimmstöcke

und Mechanik nicht zu verletzten (durch zulange Gewindestangen), sollten bei einem Austausch nur

Original Trageriemen-Bügel für das jeweilige Akkordeon-Modell verwendet werden. Viele Trageriemen-

Bügel dieses Typ sind mit flexiblen oder fest montierten Bügel-Endkappen C ausgestattet die auf dem

äußeren Instrumenten-Gehäuse dicht aufliegen um so ein eindringen von kleinsten Schmutzpartikeln

über das Gewinde-Bohrloch zu vermeiden.


 

03.1_Trageriemenbugel


03.1 Trageriemen-Bügel mit Platte:

Instrumente in Holzbauweise sind meistens ausgestattet mit Trageriemen-Bügeln mit Platte D, wie z.B. die

Hohner Concerto Modelle. Das Befestigungsmaterial für Trageriemen-Bügel mit Platte ist immer so

bemessen, das die Schraube ausschließlich im Holzgehäuse eingeschraubt wird und die Innenseite des

Gehäuses nicht durchbricht E. Bügel mit Platte haben den Vorteil dass Sie von jedem noch so ungeschickten

Akkordeon-Spieler an das Gehäuse angeschraubt werden können. Ein weiterer Vorteil ist das die Platte des

Trageriemen-Bügel die alten Schraubenlöcher kaschiert und so z.B. bei versetzten Löchern des neuen

Trageriemen-Bügel ein weiteres neues Loch vorgebohrt werden kann. Aus ästhetischen Gründen sind die

meisten Platten der Bügel mit abgesenkten Löchern ausgestattet, so das die einzudrehenden Schrauben

(Schraubenkopf) plan auf der Trageriemen-Platte aufliegen F.