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Die Tonklappen

Die Tonklappen


 

01Aluminium_Ton-Klappen


Aluminium-Tonklappen-Typen:

Vorwort Tonklappen:
Die Tonklappen verschließen und öffnen die Tonlöcher auf der Diskant- und Bass-Füllung.
Sie ermöglichen den Schallaustritt der durch das Drücken der Taste und den Spielwindstrom (Balg) erzeugt wird. Je nach Instrumenten-Modell, Größe und Anzahl der Tonlöcher, werden Tonklappen in verschiedenen Abmessungen und Formen gefertigt.
Tonklappen können aus folgenden Werkstoffen bestehen: Holz, Aluminium, Stahlblech oder Kunststoff.

Info Klappen-Belag:
Alle Tonklappen werden je nach Größe und Form mit so genannten
Klappen-Belägen beklebt. Dies ist erforderlich um die Tonlöcher bei geschlossener Tonklappe abzudichten. Der Klappen-Belag dient aber auch zur Minimierung von Geräuschen wenn die Tonklappe auf dem Tonloch auftrifft. Die Lederseite des Klappen-Belag dient zur Abdichtung der Tonlöcher, die Filzseite wird benötigt zur Dämpfung der Aufschlaggeräusche. Es wird immer die Filzseite an die Tonklappe geklebt!

Der klassische Klappen-Belag heutzutage besteht aus einem Spezial-Filz und gleichmäßig geschliffenen Ziegen- oder Schafleder. Beide Werkstoffe werden durch Klebstoff miteinander kaschiert. In der Produktion werden Bögen von Klappen-Belegen bis zu 1 Quadratmeter produziert. Im Verkauf (Endverbraucher) reichen jedoch Größen von 25 x 25 oder 20 x 30 Zentimeter aus, um die Diskant- bzw. Bassseite eines 120 Bass Instruments damit zu belegen.

Klappen-Beläge gibt es in verschieden Stärken, die Bemessung der Stärke wird folgend berechnet:
Ein 5 Millimeter Klappen-Belag = 4 Millimeter Filz + 1 Millimeter Leder
Grundsätzlich gilt je dicker der Filz desto besser die Dämpfung (desto geringer das Aufschlaggeräusch).

Die meist verwendeten Klappen-Beläge haben Stärken von:
• 1,8 mm = Bassklappen-Belag
• 2,5 mm = Bassklappen-Belag
• 3,0 mm = Diskant-Klappen-Belag
• 4,0 mm = Diskant-Klappen-Belag
5,0 mm = Diskant-Klappen-Belag

Da die Stärke des Klappen-Belag den Tastenhub beeinflussen kann, sollte bei der Neubelegung von Diskant- bzw. Bassklappen der alte anhaftende Klappen-Belag per Lineal (Millimetereinteilung) nachgemessen werden. Zu der ermittelnden aktuellen Stärke wird immer 1 Millimeter zusätzlich hinzu gerechnet.
Neben Klappen-Belägen aus Filz/Leder wurden früher unter anderem Polsterbeläge aus Schaumstoff verwendet. Hiervon ist jedoch abzuraten, da Schaumstoffe Lösungsmittel enthalten die sich mit Zeit selbstständig auflösen und sich teilweise in den Klebstoff-Auftrag auf der Tonklappe einfressen.

Vorwort Aluminium-Tonklappe:
Aluminium Tonklappen werden in der Fertigung gestanzt und haben ein sehr geringes Eigengewicht. Aufgrund des Materials sind
Aluminium-Tonklappen nicht rostend (keine Eisenanteile) und daher fast unverwüstlich.
Je nach Instrumenten-Modell und Baujahr können Aluminium-Tonklappen verschiedene Formgebungen aufweisen. Im Gegensatz zu Harmonika Aluminium-Tonklappen (oder aus verzinktem Stahlblech) die meist in Dreieckiger- oder Quadratischer Form gefertigt werden, werden bei den meisten Akkordeon-Modellen rechteckige Tonklappen verwendet. Je nach Hersteller oder Instrumenten-Modell können rechteckige Tonklappen und deren Auflagefläche geprägt, hohl geprägt, vollflächig, mit oder ohne Rahmen gefertigt sein. Durch spezielle Gummi-Formteile die auf der Aluminium-Tonklappe unter anderem durch Stege befestigt werden, ist es möglich die Tonklappen ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand auf die dazugehörigen Clavishebel aufzuschieben.

01. Tonklappe mit Prägung nach unten:
Beispiel Hohner Lucia IV P, Hohner Atlantic Serie
Bei manchen Akkordeon-Modellen werden die Aluminium-Tonklappen zusätzlich auf der Auflagefläche A geprägt. Die vier rechteckigen Prägungen B in der Mitte der Auflagefläche, mit einer Höhe von 0,5 Millimeter drücken den neuen aufgeklebten Klappen-Belag leicht in das Tonloch. So das mehr Druck auf die Rändern der Tonklappe ausgeübt wird. Durch diese Maßnahme soll eine höhere Dichtheit der aufliegenden Tonklappe auf dem Tonloch erreicht werden. Zusätzlich wird die Maßnahme einer höheren Dichtheit durch die nach oben gerichteten Seitenrahmen C ermöglicht. Da hier die zugeschnittenen
Einzelklappen-Beläge über die Begrenzung der Auflagefläche aufgeklebt werden können. So das oben und unten, sowie links und rechts der aufgeklebte Klappen-Belag jeweils  um 1 Millimeter überstehen D kann. Bei Tonklappen ohne Seitenbegrenzung (Rahmen) ist jedoch ein genaueres Augenmaß notwendig, um den aufgeklebten Einzel-Klappen-Belag auf der Auflagefläche exakt auszurichten. Die Aufhängung der hier beschriebenen Aluminium-Tonklappe wird über Stege E die in der Auflagefläche integrierte sind geregelt. Um das Gummi-Formteil F auszutauschen, werden die Stege vorsichtig mit einem schmalen Schraubenzieher nach oben gebogen, umso den neuen Klappen-Gummi zu entnehmen oder neu einzusetzen.
Bei einer Neubelegung der Klappen-Beläge ist es nicht immer notwendig auch die Gummi-Formteile mit auszutauschen. Ratsam ist es jedoch Gummi-Formteil nach einer Neubelegung mit
Magnesium einzureiben. So das die Elastizität der Klappen-Gummis langfristig erhalten bleibt.


 

02_Aluminium_Klappen


01.1 Tonklappe vollflächig - Rahmen nach unten gerichtet:
Bei Aluminium-Tonklappen die ausgestattet sind mit nach unten gerichteten Seitenrahmen A, ist das Neubelegen wesentlich einfacher. Da hier die seitliche Begrenzung, den neu aufgeklebten Einzelklappen-Belag exakt in der Breite B auf der Auflagefläche positioniert. Ein ausrichten des Klappen-Belages ist hier nur noch oben und unten notwendig. Auch die vollflächige Auflagefläche C gestattet ein zügiges barrierefreies einstreichen mit Klebstoff.
Wie oben beschrieben wird auch hier das Gummi-Formteile D für den Clavishebel über biegbare  Stege in der Auflagefläche der Tonklappe geregelt. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, das ein mehrfaches auf- und zu biegen der Stege zum Bruch der Stege führen kann.

01.2 Tonklappe vollflächig - 2 Klappen-Gummi:
Um die Dichtheit der Tonklappe auf dem Tonloch zu erhöhen, wurden bei manchen älteren Akkordeon-Modellen anstatt der Aufhängung nur in der Mitte, 2 Gummi-Formteil Befestigungen A angebracht. So das die Länge des Clavishebel oder Wechselhebel verstärkt Druck auf die Tonklappe ausüben kann. Die Gummi-Formteile sind in ihrer mittigen Öffnung oval B gestaltet, so das diese auf rechteckige Clavishebel Endungen oder Wechselhebel aufgesteckt werden können.


01.3 Tonklappe hohl geprägt mit kurzen stabilen Stegen:
Tonklappen im beengten Cassotto Bereich haben meist kleinere Maße, als Tonklappen im Diskant. Die seitlichen Stege A  sind wesentlich stabiler angefertigt. Auch die Gummi-Formteile haben eine maximale Höhe von nur  ca.
7,5 Millimeter B.


 

03_Aluminium_Klappen


01.4 Tonklappe mit Hohlprägung und eingeschobenen Klappen-Gummi:
Neben der Fixierung der Gummi-Formteil durch die Tonklappen-Stege, gibt es noch eine weitere Befestigung des Klappengummis. Hier wird das Gummi-Formteil von unten durch eine Öffnung A in die Auflagefläche B geschoben C. So das nur der obere Teil des Gummi-Formteil D aus der äußeren Tonklappe hervorsteht.


 

04.Kunststoff_Tonklappen


02. Kunststoff Tonklappen:
Kunststoff-Tonklappen sind meist bei moderneren Instrumenten aufzufinden. Die Herstellung der Tonklappen ist sehr günstig. Kunststoff-Tonklappen werden im Akkordeon sowie im Harmonika Bereich verwendet. Aufgrund des Spritzguss-Verfahren sind alle Formgestaltungen und Einfärbungen möglich. Traditionell werden bei vielen italienischen Herstellern Kunststoff-Tonklappen mit dem Clavishebel per Wachs-Verguss verbunden. Ungeübte Akkordeon Reparatur Anwärtern raten wir jedoch die Verbindung mit Heißkleber zu bewerkstelligen, da aufgrund des zäh fließenden Werkstoff die Verbindung wesentlich leichter von statten geht. Heißkleber-Verbindungen sind am besten wieder lösbar durch Wärmezufuhr, wie z.B. mit einer Lötkolben-Spitze. Insbesondere im Harmonika-Bereich wo abgerundete,
dreieckige A, ovale B oder rechteckige C Formen benötigt werden, ist die Herstellung im Spritzguss-Verfahren von Vorteil. Neben technischen Bedingungen wie abgesenkte Seitenrahmen D wie bei der Kunststoff-Tonklappe Hohner Atlantic IV N, sind alle Kunststoff-Tonklappen mit einer Aufnahme für den Clavishebel ausgestattet. Die Aufnahme ist immer mittig E auf der oberen Seite der Tonklappe integriert. Die halboffene Aufnahme besteht aus zwei parallel nebeneinander liegenden Stegen F die am oberen Ende durch einen Quersteg G verbunden sind. Halboffene Aufnahmen haben den Vorteil das, das Einwachsen oder einkleben des Clavishebel auf der Tonklappe durch den Quersteg in der Aufnahme begrenzt ist. So das kein flüssiges Wachs oder Klebstoff aus der Tonklappen-Aufnahme wieder abfließen kann.


 

05_Holz_Tonklappen


03. Holz-Tonklappen:
Holz-Tonklappen sind meist bei älteren Instrumenten, früheren Baujahres anzufinden. Da Holz der klassische Werkstoff im Instrumentenbau ist, werden Tonklappen und viele weitere Bauteile bis hin zu kompletten Gehäusen und Verdecken auch noch heute damit gefertigt. Neben der Fertigung von Holz-Tonklappen aus Hartholz (Buche) werden auch Tonklappen aus Weichholz (Abachi) aufgrund des geringen Gewichts hergestellt.
Hochwertige
Holz-Tonklappen werden meist auf Ihrer Außenseite zur Vermeidung von Feuchtigkeitsaufnahme lackiert.  
Aus langen Holzleisten in verschiedenen Stärken werden die Tonklappen auf die richtige Länge per Maschine zugeschnitten, Der obere Aufnahmeschlitz A wird per CNC-Fräsung bewerkstelligt. Neben der Verwendung von Holz-Tonklappen im Diskant- oder Bassbereich werden Tonklappen aus Holz auch als Luftklappe B sehr oft verwendet.
Bei manchen Tonklappen wird die mittig liegende Aufnahme  über die gesamte Länge C der Tonklappe eingefräst. Zu unterscheiden sind Tonklappen mit offener D oder halboffener E Aufnahme. Die oben gefräste Aufnahme wird immer benötigt um den Clavishebel darauf zu befestigen.
Traditionell werden Holz-Tonklappen mit dem Clavishebel durch einem
Wachs-Verguss verbunden. Wie jedoch zuvor schon beschrieben in 02 Kunststoff-Tonklappen ist auch hier eine Verbindung mit Heißkleber möglich.

Das Vorurteil das die seitlichen Stege die mit Heißkleber eingespritzt sind, bei einer Demontage reißen oder abbrechen ist hinfällig. Da durch eine dosierte Wärmezufuhr (Lötkolben mit Spitze) jede Klebeverbindung ob nun Wachs, Heißkleber oder Klebstoff ohne Schäden lösbar ist.

Bei Tonklappen die mit dem Clavishebel durch einen Wachs-Verguss verbunden sind, werden aufgrund der weichen Verbindung zusätzlich so genannte Sicherungsstreifen aus Kaliko oder Leder mit aufgeklebt. Diese werden über den Clavishebel auf das heiße Wachs gedrückt bevor das Wachs erkaltet. Durch die Klebekraft des Stimmplatten-Wachs (enthält Harz) haften die Sicherungsstreifen ideal auf dem Verguss.